Die verschiedenen Führungsstile für die Projektleitung

Die verschiedenen Führungsstile

für die Projektleitung

in der Übersicht 

Projekte können sehr unterschiedlich sein und demzufolge kann auch ein Führungsstil, der für das eine Projekt exakt die richtige Lösung ist, bei einem anderen Projekt der völlig falsche Ansatz sein. So braucht ein Projekt, bei dem die Rahmenbedingungen vorgegeben sind, eine andere Führung als ein eher kleines Projekt und wieder eine andere Führung als ein großes und prestigeträchtiges Projekt.

Bei der Auswahl des Führungsstils spielt aber auch eine Rolle, wie erfahren und kompetent die Projektmitglieder sind und welche Projektsituation vorliegt, also ob sich das Projekt in der Anfangsphase, in einem fortgeschrittenen Stadium oder gar in einer Krisensituation befindet. 

Nicht zuletzt ist außerdem die Persönlichkeit des Projektleiters von Bedeutung, denn nicht jeder kann sich mit jedem Führungsstil anfreunden. Nun wird sich so mancher aber vielleicht fragen, welche Führungsstile sich denn überhaupt voneinander unterscheiden lassen. 

 

Hier die verschiedenen Führungsstile für
die Projektleitung in der Übersicht:
  

 

Der autoritäre Führungsstil 

kennzeichnet sich dadurch, dass der Projektleiter derjenige ist, der die Entscheidungen trifft. Der Projektleiter legt fest, welche Arbeitsschritte und Aktionen in welcher Form durchgeführt werden und verteilt die Aufgaben an die Projektmitglieder.

Der große Vorteil des autoritären Führungsstils liegt darin, dass der Projektleiter den Überblick über das gesamte Projekt hat und sowohl die Arbeitsabläufe als auch die Ergebnisse und Fortschritte kontrollieren kann.  

Da sich das Projekt vollständig in der Hand des Projektleiters befindet, ist er auch derjenige, der die gesamte Verantwortung trägt. Nachteilig an diesem Führungsstil ist jedoch zum einen, dass der Aufwand für den Projektleiter enorm hoch ist und permanent einen großen Einsatz erfordert. Zum anderen unterbindet dieser Führungsstil, dass sich die Teammitglieder kreativ einbringen und eigene Ideen entwickeln.  

Da sämtliche Aufgaben vom Projektleiter vorgegeben werden, müssen sich die Mitglieder des Projektteams weder großartig mit dem Projekt und dessen Zielen identifizieren noch mitdenken, sondern letztlich nur die zugewiesenen Arbeiten erledigen. Insgesamt eignet sich der autoritäre Führungsstil nur für wenige Projekte, denn ohne eigenständige, kreative und konstruktive Mitarbeit kann ein Projekt dem charakteristischen Merkmal der Neuartigkeit nur schwer gerecht werden.  

Liegt eine Krisen- oder Notfallsituation vor, kann eine vorübergehend autoritäre Führung jedoch angebracht und sehr sinnvoll sein. 

 

Der patriarchalische Führungsstil 

ähnelt vom Grundprinzip her dem autoritären Führungsstil. Auch bei diesem Führungsstil ist der Projektleiter die zentrale Figur, die entscheidet, delegiert und kontrolliert. Anders als beim autoritären Führungsstil erklärt und begründet ein Projektleiter, der patriarchalisch führt, aber zumindest einige seiner Entscheidungen.  

Die Vor- und Nachteile dieses Führungsstils sind mit denen des autoritären Führungsstils identisch. Da die Entscheidungen für die Projektteammitglieder bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar sind, ist die Akzeptanz jedoch meist ein wenig höher.  

Der patriarchalische Führungsstil eignet sich in erster Linie für solche Projekte, bei denen nur der Projektleiter über die erforderlichen fachlichen Kompetenzen und Qualifikationen verfügt, während das Projektteam aus eher unerfahrenen Mitarbeitern ohne oder mit nur wenig Fachwissen besteht.   

 

Der beratende Führungsstil 

lässt sich als abgemilderte Form des patriarchalischen Führungsstils beschreiben. Auch hier ist der Projektleiter zwar derjenige, der die wichtigen Entscheidungen trifft. Allerdings erklärt und begründet er seine Entscheidungen und gibt den Teammitgliedern die Gelegenheit, ihre Ansichten, Ideen und Einwände einzubringen.

Die Entscheidungen, die der Projektleiter getroffen hat, werden meist nicht mehr großartig korrigiert, auch wenn er sich mit seinem Team berät.  

Die geäußerte Kritik und die vorgebrachten Ideen werden jedoch häufig bei späteren Entscheidungen berücksichtigt. Ein Vorteil des beratenden Führungsstils liegt darin, dass das Projektteam zumindest in Teilbereichen in die Erarbeitung von Lösungen involviert ist, was die Akzeptanz, die Motivation und das Interesse am Projekt im Allgemeinen erhöht.  

Zudem ist mit dem Projektleiter eine zentrale Figur vorhanden, die die Hauptverantwortung trägt und den Überblick sowie die Kontrolle über das Projekt hat. Nachteilig ist jedoch, dass das Fachwissen der einzelnen Teammitglieder nur eingeschränkt zum Tragen kommt.  

Der beratende Führungsstil kann eine gute Lösung für Projekte sein, für die der Projektleiter ein deutlich umfangreicheres Fachwissen mitbringt als sein Team. Daneben eignet sich der beratende Führungsstil aber auch bei Projekten mit klar vorgegebenen Rahmenbedingungen. 

 

Der kooperative Führungsstil  

ist durch eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Projektleiter und seinem Team sowie zwischen den einzelnen Teammitgliedern geprägt. Entscheidungen trifft zwar letztlich der Projektleiter, allerdings bezieht er die Teammitglieder in die Entscheidungsprozesse ein und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen, Ansichten, Kritikpunkte und ihr Fachwissen einzubringen. 

Der Vorteil des kooperativen Führungsstils liegt darin, das Entscheidungen und Lösungen auch aus dem spezifischen Wissen und den fachlichen Kompetenzen des Teams resultieren. Dies stärkt einerseits die konstruktive und produktive Zusammenarbeit sowie den Teamgeist und reduziert andererseits die Gefahr von Fehlentscheidungen infolge von Alleingängen des Projektleiters.  

Seine Schwächen zeigt der kooperative Führungsstil dann, wenn die Neigung besteht, jede Entscheidung langwierig zu diskutieren und jede Lösung erst in allen Einzelheiten durchzuspielen, um mögliche Schwachstellen auszuschließen. Der kooperative Führungsstil kann für die meisten Projekte eingesetzt werden, denn er stärkt eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Projektleitung und Projektteam.  

 

Der demokratische Führungsstil  

kennzeichnet sich dadurch, dass der Projektleiter seine Entscheidungskompetenzen größtenteils oder vollständig auf die Teammitglieder überträgt.

Aufgaben werden im Team besprochen und Lösungen von einzelnen Mitgliedern oder in Gruppen erarbeitet. Das Team entscheidet darüber, welche Aktionen in welcher Form durchgeführt und auch welche Aktionen nicht realisiert werden.  

Der Vorteil des demokratischen Führungsstils liegt darin, dass jedes Teammitglied ein hohes Maß an Verantwortung übernimmt und sich aktiv an Aufgaben, Prozessen und Entscheidungen beteiligt. Dies stärkt die Motivation und fördert den Teamgedanken. Gleichzeitig wird der Projektleiter entlastet, so dass er sich in erster Linie auf die Moderation und verwaltende Aufgaben konzentrieren kann.  

Der große Minuspunkt ist, dass bei Projekten ohne klare Kontrollfunktion und zentrale Figur immer die Gefahr besteht, dass sie aus dem Ruder laufen.  

Der demokratische Führungsstil eignet sich vorrangig für Teilprojekte innerhalb großer Projekte, für die ein eher kleines Team zusammengestellt wird. Voraussetzung ist jedoch, dass alle Mitglieder des Projektteams sowohl hinsichtlich der fachlichen Kompetenzen und Qualifikationen als auch menschlich auf einer Ebene sind. 

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