Welche Kompetenzen braucht ein Projektleiter?

Welche Kompetenzen braucht ein Projektleiter? 

Die erfolgreiche Leitung eines Projekts setzt nicht nur fachliches Know-how voraus. Stattdessen braucht ein Projektleiter auch methodisches Wissen, wenn er seiner Rolle gerecht werden will. Genau hier liegt aber ein Knackpunkt.

Denn in vielen Unternehmen wird Mitarbeitern und Nachwuchsführungskräften irgendwann die Leitung eines Projekts übertragen, weil sie sehr gute fachliche Leistungen erbracht haben. Dieses Fachwissen ist natürlich wichtig, reicht alleine aber eben nicht aus.

 

Welche Kompetenzen braucht ein Projektleiter?

Ein Projektleiter muss ein Fachmann auf seinem Gebiet sein. Er muss fachliche Details kennen, technische Fragestellungen verstehen, Zusammenhänge überblicken und Lösungen ausarbeiten können.

Zudem sollte er wissen, wie die Branche tickt und wie die betrieblichen Abläufe organisiert sind. Fachwissen alleine macht aber noch keinen guten Projektleiter aus. Hierfür müssen einige andere Kompetenzen dazukommen.

Konkret bedeutet das, dass ein Projektleiter neben seinem Dasein als Fachmann noch drei weitere Rollen in sich vereinen sollte:

 

1.       Manager:

Die Leitung eines Projekts geht immer auch mit Managementaufgaben einher. Für den Projektleiter heißt das, dass er in der Lage sein muss, die Projektziele zu definieren und die Projektstrukturen zu planen. Er muss Termin- und Finanzierungspläne erstellen, Ressourcen kalkulieren und Risiken analysieren.

Während des Projekts muss er die Abläufe im Blick behalten, organisatorische Entscheidungen treffen und geeignete Maßnahmen einleiten, wenn sich Schwierigkeiten abzeichnen oder Konflikte auftreten.

Dies setzt voraus, dass der Projektleiter methodische Kompetenzen mitbringt und die typischen Planungs- und Steuerungsinstrumente im Bereich des Projektmanagements einzusetzen weiß.

 

2.       Führungskraft:

Unternehmen und Projektleiter können aus einer breiten Angebotspalette für Weiterbildungen auswählen und in den meisten Unternehmen ist es auch durchaus üblich, Projektleiter regelmäßig in Kurse und Seminare zu schicken. Bei fast allen Weiterbildungen stehen aber die Fach- und die Methodenkompetenzen im Vordergrund.

Dabei gerät in Vergessenheit, dass ein Projektleiter auch eine Führungskraft ist und deshalb soziale Kompetenzen benötigt. Es gehört zu den Aufgaben eines Projektleiters, sein Projektteam zusammenzustellen und die einzelnen Projektmitglieder so einzusetzen und anzuleiten, dass sie ihr Potenzial optimal ausschöpfen können.

Er ist dafür verantwortlich, dass die einzelnen Projektmitarbeiter zu einem Team zusammenwachsen und mögliche Konflikte entschärft werden. Er muss fordern und zu Höchstleistungen anspornen, darf aber nicht überfordern.

Gleichzeitig ist der Projektleiter das Bindeglied zwischen dem Projektteam und der Geschäftsleitung. Nebenher muss er die Interessen seines Teams mit den Interessen von Kunden, anderen Unternehmensbereichen, Geschäftspartnern und Vorgesetzten unter einen Hut bringen. All dies erfordert ein hohes Maß an Soft Skills.

 

 

3.       Unternehmer:

Während das Projekt läuft, ist der Projektleiter eine Art Chef des Projekts. Genau wie die Geschäftsleitung muss der Projektleiter deshalb das Budget kalkulieren und mit seinen Ressourcen wirtschaften.

Zudem muss er sein Projekt bewerben und zumindest intern erfolgreich verkaufen. Kompetenzen in Sachen unternehmerisches Denken und Handeln sind vor allem bei frischgebackenen Projektleitern jedoch meist Mangelware.

 

Wie könnte die Laufbahn eines Projektleiters aussehen?

Die Position des Projektleiters ist spannend und abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll. Um Enttäuschungen und nichterfüllte Erwartungen auf beiden Seiten zu vermeiden, sind Unternehmen gut beraten, wenn sie Mitarbeiter und Führungskräfte nicht einfach so ins kalte Wasser werfen.

Besser ist, eine Projektleiter-Laufbahn zu etablieren. Die konkrete Ausgestaltung dieses Karrierewegs kann und sollte natürlich unternehmensgerecht ausgestaltet sein, grundsätzlich aber mindestens drei Stufen umfassen:

 

1.       Projektmitarbeiter:

Als Mitarbeiter in einem Projektteam reicht meist Basiswissen in Sachen Projektmanagement aus. Dieses schafft die Grundlage dafür, dass der Mitarbeiter die Abläufe nachvollziehen, die Strukturen verfolgen und die verfügbaren Instrumente nutzen kann.

Durch die Teilnahme am Projekt kann der Projektmitarbeiter seine fachlichen Kompetenzen einbringen und seine methodischen Kompetenzen vertiefen. Gleichzeitig sammelt er Erfahrungswerte, die ihm später als Projektleiter sicher zugutekommen werden. Schließlich kennt er auch die andere Seite.

Im Unterschied zum Projektmitarbeiter steht der Projektleiter vor weitaus größeren und komplexeren Aufgaben, denn er ist derjenige, der organisiert und für reibungslose Abläufe verantwortlich ist. Durch die Mitarbeit bei verschiedenen Projekten kann ein Projektmitarbeiter aber allmählich an diese Aufgaben herangeführt werden. 

 

2.       Junior-Projektleiter:

Hat ein Projektmitarbeiter Erfahrungen gesammelt, kann er zum Junior-Projektleiter befördert werden. In dieser Funktion übernimmt er die Leitung von kleineren, später auch von mittelgroßen Projekten. Sein bisher erworbenes Grundwissen kann er dadurch sukzessive vertiefen und um weitere Kompetenzen erweitern.

 

3.       Projektleiter:

Hat sich der Junior-Projektleiter bewährt und seine bisherigen Projekte erfolgreich zu Ende gebracht, kann er schließlich zum gestandenen Projektleiter aufsteigen. Da er über viel Erfahrung verfügt und alle notwendigen Kompetenzen mitbringt, ist er in der Lage, auch komplexe Projekte zu managen.

 

Ein Unternehmen kann sehr davon profitieren, wenn es die Projektleiter-Laufbahn als eigenständigen Karriereweg neben den Laufbahnen für Fach- und Führungskräfte ausgestaltet.

Vielleicht gibt es in den eigenen Reihen Mitarbeiter, die das Potenzial zu hervorragenden Projektleitern haben, denen aufgrund ihrer Ausbildung oder ihrer Position die klassische Karriere als Fach- oder Führungskraft aber nicht offensteht. Eröffnet das Unternehmen ihnen mit der Projektleiter-Laufbahn eine Chance, besteht die Möglichkeit, motivierte Mitarbeiter zu Optimalbesetzungen zu formen und langfristig an das Unternehmen zu binden.

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