Projekt nonverbale Kommunikation: Hintergrundwissen zur Körpersprache

Projekt nonverbale Kommunikation: Hintergrundwissen zur Körpersprache

 

Tränen lügen nicht, ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte, die Fäuste ballen, den Kopf hängen lassen: Es gibt viele Redewendungen und Ausdrücke, die sich auf die Körpersprache beziehen.

In der Tat achten wir stärker auf die nonverbalen Botschaften, die ein Gesprächspartner aussendet, als uns vielleicht bewusst ist. Wenn die gesprochenen Worte nicht mit der Körpersprache übereinstimmen, wirkt das Gesagte unglaubwürdig oder zumindest verwirrend.

Sagt jemand beispielsweise “Ja”, schüttelt dabei aber gleichzeitig den Kopf, sind wir irritiert. Im Unterschied zur verbalen Kommunikation findet die nonverbale Kommunikation ständig statt. Selbst wenn jemand nichts sagt, sendet er durch seine Körpersprache eine Botschaft aus.

Im zwischenmenschlichen Bereich spielt die Körpersprache deshalb eine sehr wichtige Rolle. Grund genug, sich einmal näher mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Hier also Hintergrundwissen zur Körpersprache:

 

Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation

Während die gesprochene Sprache gezielt kontrolliert und bewusst eingesetzt werden kann, lässt sich die nichtgesprochene Sprache nicht einfach abschalten.

Ein freundliches Lächeln, das Zusammenkneifen der Augenbrauen, das Verschränken der Arme vor der Brust oder ein Wechsel der Beinhaltung beim Sitzen sind alles kleine Botschaften, die der Gesprächspartner registriert und zumindest unbewusst verarbeitet. Andersherum werden nonverbale Aussagen größtenteils unbewusst und aus dem Instinkt heraus ausgesendet.

Da sich die Körpersprache wesentlich schwerer kontrollieren und nur in gewissen Maßen gezielt steuern lässt, gelten nonverbale Aussagen als authentischer und wahrer als die gesprochene Sprache. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der erste Eindruck von einer Person zu rund 95 Prozent von seinem Erscheinungsbild, seinem Auftreten, seiner Körperhaltung, seiner Gestik, seiner Mimik und seiner Stimmlage bestimmt wird. Das, was eine Person sagt, fließt nur zu etwa 5 Prozent in den ersten Eindruck ein. 

 

Die Körpersprache und die möglichen Missverständnisse

Der erste Eindruck muss natürlich nicht immer stimmen und manchmal stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass eine Person viel sympathischer, kompetenter oder andersherum unsympathischer ist als es im ersten Moment schien. Erschwerend kommt hinzu, dass die Körpersprache keine Universalsprache ist, die auf der ganzen Welt in identischer Form genutzt und verstanden wird.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass bestimmte Grundgefühle wie Freude, Angst, Überraschung, Trauer, Wut oder Ekel bei jedem Menschen durch nonverbale Botschaften zum Ausdruck kommen. So gilt ein Lächeln als positives Signal und als Zeichen von Sympathie. Ein Stirnrunzeln wiederum wird als Ausdruck von Ärger verstanden.

Dies ist in praktisch allen Kulturen so. Aber es gibt auch jede Menge Körpersignale, die zu großen Missverständnissen führen können, wenn sich zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen begegnen. So ist es beispielsweise bei uns völlig normal, im Sitzen die Beine übereinanderzuschlagen.

Diese Geste würde ein Gesprächspartner aus dem arabischen Kulturkreis aber als sehr unhöflich und sogar beleidigend empfinden, denn die Fußsohle gilt als unrein. Streckt ihm sein Gesprächspartner also die unreine Fußsohle hin, setzt er damit ein klares Zeichen.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Körpersprache auf einer unbewussten Ebene abläuft. Wenn jemand etwas sagt, kann sein Gesprächspartner nachfragen, wenn er sich nicht sicher ist, ob er die Aussage richtig verstanden hat. Gleichzeitig kann der Sprechende andere Worte wählen, um seine Aussage anders auszudrücken, zu erklären oder zu berichtigen.

Bei der nonverbalen Kommunikation ist dies nicht so ohne Weiteres möglich, denn die Signale werden größtenteils unbewusst und instinktiv ausgesendet und vom Gegenüber ebenso aufgenommen und gedeutet. Es ist zwar möglich, die Körpersprache zu lernen und gezielt einzusetzen. Allerdings funktioniert dies nur in gewissem Umfang, denn Instinkte und spontane Reaktionen lassen sich nicht völlig ausschalten.

 

Projekt nonverbale Kommunikation: die Mimik und die Gestik

Die Mimik ist ein wichtiges Instrument der nonverbalen Kommunikation. Unter den Begriff Mimik fallen alle Botschaften, die durch das Gesicht zum Ausdruck kommen. Hierzu gehören beispielsweise die Bewegungen des Mundes. So signalisiert ein Lächeln Sympathie, während nach unten gezogene Mundwinkel Trauer, Frust oder Langweile vermitteln.

Bebende Nasenflügel oder ein zitterndes Kinn deuten auf Aufregung und große Emotionen hin, das Runzeln der Stirn steht für Ärger oder Unverständnis. Eine große Rolle in Sachen Mimik spielen zudem die Augen. Wer den Blickkontakt sucht, signalisiert seinem Gegenüber Sympathie, Aufmerksamkeit und Interesse.

Wer hingehen dem Blickkontakt ausweicht, vermittelt Gleichgültigkeit, Desinteresse oder auch Scham. Ein zu langes und intensives Anstarren löst unangenehme Gefühle aus, denn es wirkt aufdringlich und mitunter aggressiv. Im Zusammenhang mit der Mimik gibt es den Ausdruck Pokerface. Wer ein Pokerface aufsetzt, versucht, seine wahren Gefühle oder Gedanken hinter einem starren Gesichtsausdruck zu verbergen.

Ein weiteres bedeutsames Instrument der nonverbalen Kommunikation ist die Gestik. Hierzu gehören die nonverbalen Botschaften durch die Bewegungen der Hände. Einige Gesten werden bewusst eingesetzt, um die gesprochenen Aussagen zu unterstreichen. Der erhobene Zeigefinger, die geballte Faust oder offene, nach oben zeigende Handflächen sind Beispiele für solche Handzeichen.

Daneben gibt es aber noch die unbewussten Gesten, die sich oft automatisch einstellen. Viele Menschen glauben, dass sie ihre Hände ruhig halten, während sie sprechen. Einige versuchen auch, nicht zu gestikulieren, indem sie die Hände beispielsweise in die Hosentaschen stecken. Tatsächlich lassen sich Handbewegungen aber kaum ausschalten.

Wissenschaftler erklären das damit, dass sich die Zentren, die die Sprache und die Handbewegungen steuern, im selben Gehirnareal befinden. Daher vermuten sie, dass das gesprochene Wort zwangsläufig von den dazugehörigen Gesten begleitet wird.

 

Projekt nonverbale Kommunikation: die Körperhaltung

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass sich die seelische Verfassung auch durch die Körpersprache ausdrückt. So lässt jemand, der müde, kraftlos oder traurig ist, seine Schultern hängen.

Wer hingegen seinen Kopf gerade nach oben hält und seine Brustpartie offen nach vorne streckt, signalisiert Selbstbewusstsein. Wer sich in einem Gespräch zu seinem Gegenüber nach vorne beugt, vermittelt Aufmerksamkeit und Interesse. Wer seine Arme vor der Brust verschränkt, baut eine Barriere auf und wer unruhig mit dem Fuß wippt, wirkt unsicher und nervös.

Auch der Volksmund kennt Redewendungen, die einen Zusammenhang zwischen der Körperhaltung und der vermittelten Botschaft herstellen. So hat beispielsweise jemand, der fest mit beiden Beinen auf dem Boden steht, ein gutes Gespür für die Realität. Körperbewegungen und -haltungen lassen sich trainieren und gezielt einsetzen, um eine bestimmte Botschaft zu vermitteln

 

Projekt nonverbale Kommunikation: das äußere Erscheinungsbild

Auch das Outfit und das Styling sind Instrumente, die nonverbale Botschaften vermitteln. Wer beispielsweise den gängigen Kleidernormen nicht folgt, signalisiert deutlich, dass er sich abgrenzen möchte. Andersherum signalisiert eine einheitliche Kleidung, etwa im Verein oder als Uniform bei der Arbeit, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Vor einem wichtigen Termin, einem öffentlichen Auftritt oder einem besonderen Anlass überlegen wir uns sehr genau, was wir anziehen und wie wir uns stylen. Dabei geht es dann nicht nur darum, hübsch auszusehen. Stattdessen geht es auch um die Botschaft, die das Erscheinungsbild transportieren soll. Die Kleidung und das Styling sind Mittel der nonverbalen Kommunikation, die besonders stark von kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten beeinflusst werden.

 

Die Körpersprache von Profis lernen

Ausgewiesene Experten in Sachen Körpersprache sind Pantomime. Sie sind in der Lage, ganze Geschichten und Charaktere allein durch die Mimik, die Gestik und Bewegungen des Körpers zu erzählen. Das Publikum versteht die Aussagen, ohne dass es Worte bedarf.

Auch Clowns brauchen die gesprochene Sprache nicht, sondern bringen ihr Publikum durch eine meist übertrieben eingesetzte Körpersprache zum Lachen. Eine andere Form der Körpersprache ist der Tanz. Beim Tanz wird ebenfalls der Körper zum Ausdrucksmittel.

Viele Künstler nutzen ihr Wissen, um nach Ende ihrer aktiven Karriere anderen Menschen den bewussten Umgang und Einsatz der Körpersprache in Seminaren näherzubringen. Auch Psychologen, Therapeuten und anderes Coachs bieten Kurse an, durch die die nonverbale Kommunikation für den Alltag, die Partnerschaft oder den Beruf geschult werden soll.

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