Wertschätzung als Faktor für Projekterfolge

Wertschätzung als Faktor für Projekterfolge

“Nicht jeder kleinste Fortschritt verdient gleich großen Applaus.” oder “Gibt es keinen Anlass zu Kritik, ist das schon Lob genug.” – Solche und ähnliche Aussagen sind in Chefetagen immer wieder zu hören. Auf der anderen Seite stehen die Führungskräfte, die davon überzeugt sind, dass fehlende Wertschätzung und mangelnde Anerkennung von guten Leistungen die Motivation eines Projektteams gehörig ausbremsen können.

Wertschätzung als Faktor für Projekterfolge 

Anerkennung ist nicht gleichbedeutend mit Wertschätzung

Die Begriffe Annerkennung und Wertschätzung werden oft in einem Atemzug genannt und mehr oder weniger synonym verwendet. Tatsächlich bedeuten sie aber nicht das Gleiche.

Anerkennung bezieht sich auf ein Verhalten oder eine Leistung. Jemand, der Gutes und Großes leistet, vieles richtig macht oder sich in einer bestimmten Situation besonders bewährt hat, wünscht sich, dass er dafür anerkannt und gelobt wird. Passiert das nicht, entsteht ein Gefühl von fehlender Beachtung und Zuwendung. Die Person wird zunehmend unzufrieden, zieht sich zurück, Engagement und Motivation lassen nach. Warum sollte sich die Person auch einbringen und ihr Bestmögliches geben, wenn die Leistung ohnehin nicht anerkannt wird?

In diesem Zusammenhang spielt aber auch eine Rolle, von wem das Lob kommt. Generell wirkt Anerkennung dann, wenn sie von jemandem entgegengebracht wird, der eine Bedeutung für die Person hat. Ein aufrichtiges Lob vom Projektleiter wiegt meist schwerer als anerkennende Worte von einem Kollegen oder einem externen Coach.

Mit Lob und Anerkennung ist es aber noch nicht getan. Und an dieser Stelle kommt die Wertschätzung ins Spiel. Wertschätzung bezieht sich nicht auf eine Leistung oder ein Verhalten, sondern ist vielmehr eine grundsätzliche Haltung.

Jemanden wertzuschätzen bedeutet, ihn als den Menschen zu akzeptieren, der er ist. Das beinhaltet auch, zuzugestehen, dass die Person Ecken und Kanten hat, an einigen Stellen Schwächen und Defizite aufweist oder auch einmal einen Fehler macht. Offenheit, Respekt, Toleranz und Vertrauen schaffen die Basis für einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Um den Unterschied zwischen Anerkennung und Wertschätzung zu verdeutlichen, noch ein Beispiel: Angenommen, ein Kind hat für eine Klassenarbeit fleißig gelernt und bringt nun eine gute Note nach Hause. Für diese Leistung wünscht es sich Anerkennung. Das Kind möchte, dass seine Eltern das Engagement sehen und es dafür loben.

Übrigens ist das Lob der Eltern für das Kind mehr wert als das Lob des Lehrers. Wertschätzung wünscht sich das Kind zwar auch. Aber nicht für die gute Note, sondern im Allgemeinen. Das Kind möchte, dass sich seine Eltern interessieren, es ernst nehmen und unterstützen. Und vor allem, dass die Eltern das Kind auch dann lieb haben, wenn es keine gute Note nach Hause bringt.

Wertschätzung als Faktor für Projekterfolge

Für eine erfolgreiche Projektarbeit ist Wertschätzung ein entscheidender Faktor. Denn Wertschätzung und Motivation hängen eng miteinander zusammen. Nur wenn sich die Mitglieder des Projektteams wertgeschätzt fühlen, werden sie bereit sein, sich einzubringen und sich motiviert und engagiert an die Arbeit zu machen.

Für den Projektleiter bedeutet das, dass er die Standpunkte, die Wertvorstellungen und auch die Bedenken seiner Teammitglieder ernst nehmen, sich dafür interessieren und versuchen sollte, sie nachzuvollziehen. Und das unabhängig von der eigenen Meinung. Am Ende geht es also darum, den Teammitgliedern offen und respektvoll zu begegnen.

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In der Projektarbeit selbst schafft der Projektleiter die Rahmenbedingungen für ein wertschätzendes Miteinander, indem er

  • zusammen mit seinem Team verbindliche Verhaltensregeln erarbeitet und auf deren Einhaltung achtet.
  • offen und fair kommuniziert und Informationen nicht zurückhält.
  • seinen Mitarbeitern zuhört und auch andere Meinungen akzeptiert.
  • Ideen, Vorschläge und Lösungsansätze seiner Teammitglieder zulässt und als Bereicherung sieht.
  • gute Leistungen anerkennt und lobt.
  • auf das Wissen und Können seiner Teammitglieder vertraut, auch wenn sie vielleicht andere Methoden und Vorgehensweisen wählen als er selbst.
  • Termine rechtzeitig ankündigt und einhält.

Werte erkennen und nutzen

Ganz buchstäblich beinhaltet das Wort Wertschätzung, Werte zu schätzen. Werte sind so etwas wie die inneren Bewerbungsmaßstäbe eines Menschen. Sie gehören zur Identität und zum Selbstbild, formen die eigenen Ansichten, schaffen Ziele und motivieren.

Werte beantworten letztlich die Frage, was einer Person wirklich wichtig ist und worauf sie wert legt. Sich mit den eigenen Werten auseinanderzusetzen und sie zu hinterfragen, hilft dabei, die Wertvorstellungen anderer zu verstehen und zu würdigen. Dieses Verständnis wiederum fördert eine erfolgreiche Teamarbeit.

Der Projektleiter sollte deshalb herausfinden, welche Werte seine Teammitglieder antreiben.

Das gelingt durch Fragen wie zum Beispiel:

  • Was ist Ihnen bei der Arbeit an einem Projekt besonders wichtig?
  • Worin sehen Sie für sich die größten Herausforderungen?
  • Welche Erwartungen und Befürchtungen haben Sie mit Blick auf dieses Projekt?
  • Inwieweit stimmt das Projekt mit ihren persönlichen Werten überein?
  • Was bringen Sie an Vorwissen und Erfahrungen mit?

Das Alte, Bewährte wertschätzen und das Positive sehen

Projekte sollen Probleme lösen, Neuerungen auf den Weg bringen, Abläufe optimieren oder Veränderungen hervorrufen. Im Kern geht es oft darum, etwas Altes, Bestehendes durch etwas Neues zu ersetzen. Dabei gibt es in einem Projektteam so gut wie immer Befürworter, Kritiker und Teammitglieder, die sich mit Neuerungen generell erst einmal sehr schwertun.

Das Problem an der ganzen Sache ist aber oft gar nicht das Neue an sich. Es geht eher darum, dass das Gefühl entsteht, dass das Alte nicht wertgeschätzt wird. Um auch die Kritiker und Skeptiker ins Boot zu holen, ist deshalb wichtig, dass der Projektleiter das Bestehende nicht abwertet. Tatsächlich wäre das auch der falsche Ansatz.

Denn das, was jetzt verändert werden soll, hat auch seine gute Seiten, war seinerzeit sinnvoll und hat sich bis hierhin bewährt. Hätte es dieses Alte nicht gegeben, wäre jetzt kein Ansatzpunkt für etwas Neues vorhanden. Der Projektleiter sollte also den Blick auf das Positive lenken und vermitteln, dass das Projekt hier anknüpft, um nun den nächsten Schritt zu gehen.

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Karsten Peters, 49 Jahre, Inhaber einer Medienagentur, Andrea Kumpak, 36 Jahre Projektmanagerin, David Tarmstedt, 42 Jahre Projektleiter und Tarek Mokcic, 38 Jahre, Consultant Projektmanagement, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Projektarbeiten, Berufen, Planungen, Weiterbildung und Entwicklung.

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