Fördermittel für Vereine – Infos und Tipps, 2. Teil

Fördermittel für Vereine – Infos und Tipps, 2. Teil

Vereinsarbeit kostet. Die Beiträge der Mitglieder bringen zwar etwas Geld ein. Und auch durch Feste und andere Veranstaltungen kann ein Verein die Kasse aufbessern, Präsenz zeigen und neue Mitglieder gewinnen.

Fördermittel Vereine

Doch das allein reicht oft nicht, um die Kosten zu decken oder den Verein gar langfristig voranzubringen. Also müssen andere Lösungen her.

Nur: Wie kommen Vereine an finanzielle Mittel? Welche Zuschüsse sind denkbar? Und wer stellt diese zur Verfügung?

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir Infos und Tipps rund um Fördermittel für Vereine zusammengetragen. Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, wodurch sich Fördermaßnahmen vom Sponsoring unterscheiden, wer als Geldgeber in Frage kommt und welche Arten von Zuschüssen es gibt.

Hier geht es nun weiter mit dem 2. Teil:

 

Wie kann ein Verein Zuschüsse und Fördermittel beantragen?

Damit ein Verein oder eine Stiftung finanzielle Förderung erhält, ist Überzeugungsarbeit bei den Geldgebern angesagt. Dafür muss der Verein zum einen sein Vorhaben zusammenfassen und beschreiben. Zum anderen muss er seine Zielgruppe definieren.

Gerade die Zielgruppe liefert wichtige Hinweise darauf, welcher Sponsor der richtige Geldgeber sein könnte. Erkennt der Geldgeber hier Gemeinsamkeiten oder ähnliche Interessen, wird seine Bereitschaft, sich finanziell einzubringen, nämlich steigen. Daneben muss der Verein natürlich auch ausführen, wie viel Geld er wofür benötigt – und welche Gegenleistungen er dafür erbringen kann.

Anders als beim Sponsoring setzt eine Stiftung voraus, dass der Antrag und das Stiftungsziel zusammenpassen. Nähere Auskünfte dazu gibt es beim Bundesverband Deutscher Stiftungen in Bonn. Bei einem Antrag für eine Förderung ist eine genaue Prüfung notwendig, die klärt, was konkret finanziert werden soll und kann.

Das kann zum Beispiel der Lebensunterhalt einer Person, ein spezielles Trainingsprogramm, ein neues Sportgerät oder eine andere notwendige Anschaffung sein. Allerdings ist es oft so, dass die Summe an Fördergeldern begrenzt ist und es gleichzeitig viele Personen gibt, die eine finanzielle Förderung bräuchten. Möglich ist deshalb, dass eine Art Wettbewerb durchgeführt wird, durch den die Bewerber ausgewertet werden. Dem oder den Siegern werden daraufhin die gewünschten Fördermittel zugeteilt.

In der Praxis ist aber auch der umgekehrte Weg nicht ausgeschlossen: Entdeckt ein Sponsor, ein Vertreter einer Stiftung oder ein anderer Geldgeber eine Person, einen Verein oder eine Organisation, die er gerne unterstützen möchte, kann er den ersten Schritt machen und von sich aus finanzielle Hilfe anbieten.

 

Fördermittel aus der EU

Ein Verein ist gut beraten, wenn er sich mit verschiedenen Fördermöglichkeiten auseinandersetzt. Natürlich ist es leichter, mit möglichen Geldgebern im näheren Umfeld in Kontakt zu treten. Doch letztlich spielt der Standort nur eine untergeordnete Rolle.

Denn je wertvoller die Arbeit des Vereins für die Gesellschaft ist, desto besser stehen die Chancen, dass öffentliche Fördermittel genutzt werden können. Und diese Fördermittel können auch aus EU-Töpfen kommen.

Europäische Förderprogramme unterstützen beispielsweise innovative Maßnahmen oder Aus- und Weiterbildungen. Hilfreiche Fördertipps, die den jeweiligen Bedarf berücksichtigen, gibt es unter anderem beim Verein Deutsches Ehrenamt e.V. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Fördermittel nur für neue Programme gewährt werden. Projekte, die schon laufen, werden nicht gefördert.

Und natürlich können mit europäischen Fördergeldern nur Maßnahmen unterstützt werden, die positive Einflüsse für Europa haben. Dafür wird aber auch das Engagement von EU-Bürgern gefördert, die sich in Vereinen zusammengeschlossen haben. Einen Antrag auf EU-Fördermittel können in aller Regel nur juristische Personen stellen. In erster Linie sind das dann eben Vereine und Organisationen, manchmal aber auch Unternehmen.

 

Fundraising als alternative Finanzierungsform

Das Fundraising zielt nicht nur darauf ab, Spendengelder und andere Finanzspritzen zu besorgen. Vielmehr geht es darum, alle Ressourcen zu beschaffen, die der Verein braucht, um seinen gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Satzungszweck erfüllen zu können. Neben Geld können das auch Sach- und Dienstleistungen sein.

Beispiele dafür wären ein Fahrzeug oder ein Computer als Sachspende oder eine Zeitspende für eine Dienstleistung, die der Verein andernfalls bezahlen müsste.

Ein weiterer Vorteil vom Fundraising ist, dass der Verein neben der Beschaffung von Mitteln auch die Möglichkeit bekommt, seine Projekte in der Öffentlichkeit zu präsentieren und dadurch bekannter zu machen. Generell ist die Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Säule beim Fundraising. Dabei zählen Newsletter, persönliche E-Mails und öffentliche Veranstaltungen zu den typischen Maßnahmen beim Fundraising.

Die Idee hinter den Präsentationen ist, zum einen mögliche Geldgeber für das Vorhaben zu gewinnen. Zum anderen sollen möglichst weitere Personen auf das Projekt aufmerksam werden, die daraufhin überlegen können, ob sie ebenfalls in die Idee investieren und den Verein unterstützen möchten und können.

Das Fundraising eignet sich in erster Linie für die Finanzierung von konkreten Projekten. Mögliche Spender haben so ein bestimmtes Ereignis vor Augen, das sie unterstützen. Gleichzeitig ist für sie transparent und nachvollziehbar, wohin ihr Geld fließt.

Als Möglichkeit, um Geld für die Vereinsarbeit zu sammeln, ist das Fundraising noch recht jung. Vereine, die hier noch keine Erfahrung haben und selbst nicht auf einschlägige Internetportale zurückgreifen möchten, müssen die Maßnahmen aber nicht zwangsläufig alleine durchführen. Stattdessen können sie sich bei professionellen Fundraisern Hilfe holen.

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