Was ist Zeit? – 4 Ideen für Projekte mit Kindern

Was ist Zeit? – 4 Ideen für Projekte mit Kindern

Manchmal vergeht sie wie im Flug, manchmal rast sie davon und manchmal zieht sie sich ewig. Sie ist nicht zu sehen, nicht zu hören, nicht zu schmecken, nicht zu riechen und nicht zu spüren.

Sie kann verloren gehen und gewonnen werden. Sie lässt sich suchen und finden, aber nicht greifen. Trotzdem ist sie da, immer und überall. Die Rede ist von der Zeit.

Für Erwachsene hat die Zeit zwar eine größere Bedeutung als für Kinder. Doch gerade weil die Zeit einerseits ein sehr abstraktes Thema ist und die Kleinen andererseits frei und unbelastet damit umgehen, ist es sehr spannend, sich zusammen mit Kindern auf die Suche nach der Zeit zu machen.

Und nicht selten entstehen dabei Gedanken und Impulse, die auch Erwachsenen neue Sichtweisen eröffnen. Im Folgenden stellen wir vier Ideen für Projekte mit Kindern zum Thema “Was ist Zeit?” vor, die sich prima in Kitas, Kindergärten und Schulen umsetzen lassen. Viel Spaß!

 

Projektidee Nr. 1: Verschiedene Zeiten sammeln.

Mittagszeit, Ferienzeit, Weihnachtszeit, Freizeit, Uhrzeit: Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Zeiten einem schon nach kurzem Nachdenken einfallen. Und bei Kindern ist das nicht anders. Ein schönes Projekt ist deshalb, zusammen mit den Kids alle Zeiten zu sammeln, die ihnen einfallen.

Zusätzlich zu den Zeiten können auch Begriffe zusammengetragen werden, in denen das Wort Zeit steckt, also beispielsweise Hochzeit, Zeitlupe oder Zeitschaltuhr. Zu jedem Begriff wird dann ein Bild gemalt und aufgehängt.

Im Laufe der Zeit entsteht so eine tolle Bilderwand, die natürlich stetig erweitert werden kann. Es ist überaus spannend, zu beobachten, was die Kinder mit der Zeit in Verbindung bringen und wie unterschiedlich sie die verschiedenen Zeiten empfinden und darstellen.

 

Projektidee Nr. 2: Einen Blick in die Zukunft wagen.

Kinder verknüpfen die Zeit oft mit der Zukunft und formulieren ihre Gedanken dann in Sätzen, die mit “Wenn ich groß bin, …” beginnen. Dieser Blick in die Zukunft lässt sich in einem tollen Projekt umsetzen. Dafür wird von jedem Kind ein Foto ausgedruckt.

Anschließend dürfen die Kids ihre Fotos in Erwachsenenbilder umwandeln. Dafür können sie mit Filzstiften Falten, graue Haare, eine Brille oder einen Bart malen.

Sie können aus Papier Kleidungsstücke, die sie in ihrer künftigen Arbeitskleidung zeigen, basteln und auf die Fotos aufkleben. Oder sie können ihre eigene Familie, ein Auto oder ein Haus mit auf das Bild malen. Das abstrakte Thema Zeit wird auf diese Weise sichtbar. Und ganz nebenbei entstehen tolle Erinnerungen an das Projekt.

 

Projektidee Nr. 3: Eine Zeitschiene erstellen.

Vor allem kleine Kinder gehen sehr frei mit Zeitbegriffen wie gestern, heute und morgen um. Denn für sie haben die Wörter noch keine konkrete Bedeutung mit einem festen Bezug auf ihr Leben.

Die Wörter sind noch abstrakt und geraten manchmal auch etwas durcheinander. Ein schönes Projekt, das den Kindern die Bedeutung der Begriffe näherbringt, ist deshalb eine Zeitschiene. Dafür wird eine Schiene aus vier farbigen Feldern angelegt. Das linke und größte Feld ist für die Vergangenheit und damit für alles, was länger zurückliegt als gestern, vorgesehen. Das nächste Feld ist das Feld für gestern, dann folgt das Feld für heute und ganz rechts schließlich das Feld für morgen.

Im morgendlichen Stuhlkreis wird nun mit den Kindern besprochen, was für diesen Tag alles geplant ist. Die einzelnen Aktivitäten werden dann in kleinen Bildern festgehalten. Diese Bilder werden im Heute-Feld befestigt. Am nächsten Tag werden die Bilder überprüft. Fand alles so statt, wie es geplant war?

Die Aktivitäten, die stattgefunden haben, wandern weiter ins Gestern-Feld. Ist ein geplantes Ereignis nicht eingetreten, wird es entsorgt. Anschließend wird der heutige Tag abgesprochen und die entsprechenden Bilder dazu wieder im Heute-Feld befestigt. Dies wird so fortgesetzt, wobei die Bilder aus dem Gestern-Feld am nächsten Tag in das Feld ganz links wandern.

Schon nach wenigen Tagen ist eine Zeitschiene vorhanden. Rückfragen wie „Was ist für heute geplant?“, „Was haben wir gestern gemacht?“, „Was gab es vor zwei Tagen zum Mittagsessen?“ oder „Haben wir vor drei Tagen draußen gespielt?“ helfen den Kindern dabei, die Zeitbegriffe richtig einzuordnen.

Wenn der Unterschied zwischen heute und morgen klar ist, kann das Morgen-Feld mit einbezogen werden. Hier können die Kinder festhalten, was morgen wohl passieren wird. Treffen die Planungen zu, wandern auch diese Bilder in den kommenden Tagen durch die Felder der Zeitschiene.

 

Projektidee Nr. 4: Über die Zeit philosophieren.

Wenn Kinder darüber nachdenken, was Zeit ist, beschäftigen sie sich mit einem abstrakten Thema. Die Zeit ist kein Gegenstand, den sie konkret beschreiben oder jemandem einfach zeigen können. Deshalb finden Kinder ihre ganz eigenen Erklärungen.

Dabei fallen dann so Sätze wie „Die Zeit ist in der Uhr drin.“, „Zeit ist das, was rum geht.“, „Manchmal ist Zeit schön, manchmal schlimm.“ oder „Stunden sind Zeit.“ Solche Erklärungen eignen sich prima, um mit den Kindern über die Zeit zu philosophieren. Dabei sollte der Erwachsene nur die Rolle des Moderators übernehmen und Impulse setzen, um die Gedanken der Kinder anzustoßen.

Begonnen werden kann das Gespräch mit einer einfachen Frage wie „Was denkst du über die Zeit?“ oder „Wie stellst du dir die Zeit vor?“ Meist werden sich die anderen Kinder ganz alleine zu Wort melden und ihre Überlegungen schildern, wenn ein Kind fertig ist.

Falls nicht, kann der Moderator mit Fragen wie „Was sagst du zur Erklärung von …?“, „Wie kommt … wohl auf diese Idee?“ oder „Was denkst du, was … mit seiner Erklärung meint?“ eingreifen. Es ist sehr interessant, zu sehen, wie gut schon kleine Kinder über ein so abstraktes Thema wie die Zeit philosophieren können und welche Gedanken sie sich dazu machen.

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