Projekt Karriere: Karrierewege im Test

Projekt Karriere: Karrierewege im Test

 

Wenn es um die berufliche Zukunft geht, so sagen viele, dass sie Karriere machen möchten. Nicht alle setzen sich zwar gleich eine Position im Top-Management als Ziel, aber wenigstens ein paar berufliche Erfolge sollten sich doch verzeichnen lassen.

Nun beinhaltet es aber schon die Formulierung Karriere machen, dass es sich um eine aktive Tätigkeit handelt. Der Aufstieg auf der Karriereleiter passiert nicht automatisch und Karriere fällt einem nicht einfach so in den Schoß. Stattdessen muss derjenige, der Karriere machen möchte, aktiv etwas für seine Karriere tun. Daraus ergibt sich aber die Frage, welcher Karriereweg denn am besten eingeschlagen werden sollte.

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Zum einen gibt es dazu zu viele verschiedene Karrierewege und zum anderen spielen die eigenen Ziele und auch die persönlichen Voraussetzungen eine wichtige Rolle.

Mit der Karriere ist es im Prinzip wie mit einer Reise:

Wer sein Reiseziel erreichen möchte, muss erst einmal wissen, was überhaupt sein Zielort ist. Anschließend muss er sich die Strecke vom Ausgangspunkt zum Zielort anschauen, eine Reiseroute festlegen und mögliche Alternativrouten einplanen.

Erst dann kann er sich auf die Reise machen. Aber welche Routen kommen beim Projekt Karriere in Frage?

 

Die folgende Übersicht stellt mögliche Karrierewege vor, testet sie auf Chancen und sagt, wo die Risiken liegen:

 

Praktika

Das Praktikum hat nicht den besten Ruf. Für viele ist der Praktikant jemand, der die niederen Arbeiten erledigen muss, ohne dafür bezahlt zu werden. Tatsächlich kann ein Praktikum aber ein hervorragender Türöffner für die Karriere sein.

Von der Grundidee her lässt sich ein Praktikum nämlich mit einem Probeabonnement für eine Zeitung oder Zeitschrift vergleichen. Das Unternehmen kann sich das Leistungspaket, das der Praktikant zu bieten hat, zunächst unverbindlich und ohne weitere Verpflichtungen anschauen. Überzeugt das Angebot, wird das Unternehmen den Praktikanten nicht gehenlassen wollen, sondern ihm einen Arbeitsvertrag anbieten.

Der Praktikant profitiert ebenfalls von Praktika. Er kann dadurch in verschiedene Arbeitsbereiche hineinschnuppern, unterschiedliche Unternehmen kennenlernen und Berufspraxis sammeln.

Allerdings funktionieren Praktika als Karriereweg nur dann, wenn sie klug ausgewählt sind. Wenn im Lebenslauf eine wilde Ansammlung aus Praktika aller Art steht, erweckt das den Eindruck, dass der Bewerber nicht weiß, was er will. Außerdem wirkt es komisch, wenn es trotz der vielen Praktika nie mit einer Festanstellung geklappt hat.

 

Zeitarbeit

Zeitarbeit genießt hierzulande einen zweifelhaften Ruf. Zeit- und Leiharbeiter werden von einer Firma zur nächsten geschickt, müssen dort alle anfallenden Arbeiten übernehmen und verdienen trotz gleicher Arbeit weniger. Überhaupt wird Zeitarbeit vor allem mit denjenigen in Verbindung gebracht, die auf direktem Wege keine Festanstellung kriegen.

Auf der anderen Seite kann Zeitarbeit aber gerade dadurch, dass der Mitarbeiter verschiedene Unternehmen kennenlernt, interessante Karrieremöglichkeiten eröffnen.

Zum einen kann der Mitarbeiter nämlich aus jeder Firma, in der er eingesetzt war, etwas Wissen und Können für sich mitnehmen. Zum anderen hat er die Chance, Kontakte zu knüpfen, sich einzubringen und durch gute Leistungen aufzufallen. Das Angebot einer Übernahme mit Festanstellung ist dann keineswegs abwegig.

 

Facharbeiter

Früher hatte die Laufbahn als Facharbeiter eher den Status einer Notlösung. Wer es nicht in die Führungsetage und zum eigenen Büro schaffte, blieb als Praktiker mit Fachwissen in seinem Arbeitsbereich und konnte es durch gute Leistungen bestenfalls zum Vorarbeiter oder Abteilungsleiter bringen. Diese Zeiten gehören aber der Vergangenheit an.

Für ein Unternehmen ist Fachwissen heute eine der wertvollsten Ressourcen überhaupt und der Wissensvorsprung ist einer der Schlüssel für die Konkurrenzfähigkeit. Fachleute sind deshalb gefragt wie nie. Damit eröffnen sich dann auch neue Karrierechancen.

Wenn sich ein Arbeitnehmer als echter Experte auf seinem Gebiet positionieren und mit seinem Wissen, seinem Können und seiner Erfahrung glänzen kann, wird es sich kein Unternehmen leisten wollen, auf diesen Profi zu verzichten.

 

Projektleitung

Eine ideale Möglichkeit, um seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen, ist die Leitung eines Projekts. Ein Team aus einer hierarchischen Machtposition heraus zu führen, ist deutlich leichter, denn der Chef kann nun einmal seine Position ausspielen und die wenigsten Mitarbeiter werden sich mit ihrem Vorgesetzten anlegen wollen.

Wer hingegen zeigen kann, dass er sein Projektteam begeistern, überzeugen und zum Erfolg führen kann, ohne die Machtkarte auszuspielen, empfiehlt sich als echtes Führungstalent. Ein gelungenes Projekt kann so den Karriereweg spürbar ebnen. Ratsam ist deshalb, sich darum zu bemühen, die Verantwortung für anstehende Projekte übernehmen zu können.

 

Assistenz der Geschäftsleitung

Der Assistent des Chefs ist dessen rechte Hand, hält ihm den Rücken frei, koordiniert die Termine, bereitet die Unterlagen vor und ist so etwas wie der gute Geist im Hintergrund. Böse Zungen würden sagen, dass der Assistent des Geschäftsführers nicht bessergestellt ist als der Diener eines Königs. Während der Diener die Arbeit macht, erntet der König den Ruhm und die Erfolge.

Aber die Position als Assistent bietet einen ganz entscheidenden Pluspunkt. Der Assistent ist nämlich direkt am Ort des Geschehens. Er kann beobachten, welche Spielregeln in den Topetagen gelten, und er kann sich die eine oder andere Strategie abschauen.

Für den eigenen Weg nach oben ist das die denkbar beste Schule. Hinzu kommt, dass ein Assistent meist befördert wird und nach einiger Zeit seinen eigenen Verantwortungsbereich übernimmt. Genau hier liegt aber auch ein Risiko. Wenn jemand immer nur der Assistent geblieben ist, wirft das nämlich die Frage auf, ob seine Leistungen für eine Beförderung nicht ausgereicht haben.

 

Selbstständigkeit

Eine Karriereoption für diejenigen, die sich nicht nach oben arbeiten, sondern sich direkt auf den Chefsessel setzen möchten, kann die Existenzgründung sein. Wer sein eigener Chef ist, arbeitet selbstbestimmt und auf eigene Rechnung.

Aber die Selbstständigkeit hat ihre Tücken. Ohne Fachwissen, einem soliden Businessplan, Selbstdisziplin und einer hohen Leistungsbereitschaft wird es nicht funktionieren. Je kleiner eine Firma ist, desto schwerer wird sie es haben, sich gegenüber den großen Weltkonzernen zu behaupten.

Dazu kommt noch ein weiterer Haken. Der Weg zurück aus der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis ist sehr, sehr schwer. Zum einen wird sich nämlich die Frage stellen, warum es mit der Selbstständigkeit nicht geklappt hat. Zum anderen wissen Personaler, dass es Mitarbeitern schwer fällt, sich einzugliedern und unterzuordnen, wenn sie längere Zeit ihr eigener Chef waren. 

 

Extra-Tipp: Kontakte

Das wahrscheinlich wichtigste Werkzeug auf der Karriereleiter sind Kontakte. Die guten Positionen werden nicht per Inserat ausgeschrieben und ein freier Posten wird oft nicht mit dem vielleicht besten Bewerber besetzt, sondern mit demjenigen, der als erster danach gefragt hat.

Oder mit demjenigen, der dem Chef empfohlen wurde. Wichtig ist deshalb, Kontakte aufzubauen und das eigene Netzwerk zu pflegen. So ist sichergestellt, dass die wirklich interessanten Chancen nicht lautlos an einem vorbeiziehen.

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