Projekt „Logistik“ – Infos und Hintergrundwissen

Projekt „Logistik“ – Infos und Hintergrundwissen

 

Das Projekt “Logistik” hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Aufgabenbereiche in der Wirtschaft entwickelt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die Effizienz.

Es geht also darum, wie Güter sicher, möglichst schnell und mit möglichst geringen Kosten von Punkt A zu Punkt B transportiert werden können. Auch optimierte Lagermöglichkeiten spielen eine wichtige Rolle. Der Grund für die enorme Bedeutung der Logistik ist eigentlich recht einfach: Während die Produktions- und die Lohnkosten so gut wie nicht gesenkt werden können, bietet der Bereich Logistik durchaus Einsparpotenzial.

Gelingt es einem Unternehmen, die Kosten für den Transport und die Lagerung der Güter möglichst gering zu halten und die Logistikprozesse gleichzeitig zu optimieren, kann dies mittlerweile ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und die Marktpositionierung sein.

Auch das ist durchaus nachvollziehbar: Angenommen, zwei Unternehmen verkaufen ein vergleichbares Produkt. Während das eine Unternehmen seine Logistikprozesse optimiert hat, besteht beim anderen Unternehmen in diesem Bereich noch Nachholbedarf. Vielleicht sind die Transportkosten höher oder die Lagermöglichkeiten noch nicht optimal.

Die Folge ist, dass das Produkt zu einem höheren Preis verkauft werden muss oder es vorkommt, dass das Produkt nicht immer vorrätig ist. Wenn ein vergleichbares Produkt des anderen Unternehmens kostengünstiger erhältlich und zudem verfügbar ist, werden Kunden natürlich dieses Produkt kaufen. Was in der Theorie einfach klingt, stellt die Unternehmen in der Praxis aber vor große Herausforderungen.

 

Hier Infos und etwas Hintergrundwissen zum Projekt “Logistik”:

 

Die Anfänge der Logistik

Der Begriff der Logistik hat seine Wurzeln wohl im Militärwesen. Schon seit jeher war es für die Feldherren von enormer Bedeutung, dass ihre Truppen so effizient wie möglich mit Nachschub an Waffen, Nahrung und anderen benötigten Dingen versorgt wurden. Dabei entwickelten sich vor allem die Herrscher des Römischen Reiches zu wahren Meistern in Sachen Logistik.

Ein Beispiel hierfür ist die Einrichtung eines weitläufigen Straßennetzes. Über die sogenannten Römerstraßen konnten Waffen und Nahrung deutlich schneller zu den Truppen gebracht werden und auch die Soldaten selbst brauchten viel weniger Zeit, um von einem Militärstandort zu einem anderen Einsatzort zu gelangen.

Doch nicht nur im Zusammenhang mit dem Militärwesen, sondern auch im zivilen Bereich legten die alten Römer logistische Grundsteine. So wurde schon im alten Rom ein Verkehrswesen mit Verkehrsregeln, Straßenschildern und Fahrverboten etabliert. Auf diese Weise konnte verhindert werden, dass die Stadt unter dem hohen Verkehrsaufkommen zusammenbrach.

Allerdings hatten auch die Verkehrsexperten von damals damit zu kämpfen, dass immer mehr Gefährte auf die Straßen drängten. Staus, Unfälle und andere Vorkommnisse ließen sich also auch im alten Rom nicht vermeiden. Ein Paradebeispiel für eine logistische Meisterleistung hingegen war die Wasserversorgung. Wasser war nicht leicht zu transportieren, musste aber trotzdem möglichst schnell zu den vielen Thermen im gesamten Römischen Reich gebracht werden. Ingenieure, Verkehrsexperten, Architekten und Bauprofis erarbeiteten ein Modell, das vermutlich auch heute noch nicht nur funktionieren würde, sondern sogar wettbewerbsfähig wäre.

Fairerweise muss aber auch bemerkt werden, dass die großartigen logistischen Leistungen in der Antike nicht nur auf dem Können und den Ideen der damaligen Logistiker beruhen. Stattdessen waren seinerzeit ganz andere Ressourcen vorhanden und hier kommt vor allem den unzähligen Sklaven eine Schlüsselrolle zu. Hätten sie nicht unglaubliche Arbeitsleistungen erbracht, wäre auch die beste Organisation von Warentransport und -lagerung letztlich wohl nur Theorie geblieben. 

Logistische Fragestellungen heute

Heute geht es darum, die vorhandenen Ressourcen möglichst optimal auszunutzen. Dabei versucht die Logistik, das bestmögliche Verhältnis zwischen dem Transport und der Lagerung von Gütern und den dafür entstehenden Kosten zu erzielen. Die direkten Lager- und Transportkosten können gut berechnet werden.

Bei den indirekten Kosten, die durch Transporte entstehen, sieht die Sache schon anders aus. Zu diesen indirekten Kosten gehört beispielsweise die Arbeitszeit, die ungenutzt verstreicht, während ein Lkw im Stau steht. Aber auch kaputte Straßen, überfüllte Autobahnen und die Belastung der Umwelt sind indirekte Nebeneffekte von Transporten.

Derzeit werden die indirekten Kosten nur zum Teil durch Steuern und Abgaben aufgefangen. Da die Logistikbranche davon ausgeht, dass sich dies in Zukunft ändern könnte, wird schon jetzt nach Alternativmodellen gesucht. Ein Trend beispielsweise geht dahin, die Warenauslieferung nicht mehr über wenige große Zentrallager, sondern über mehrere kleinere Standorte abzuwickeln. Dadurch erhöht sich zwar der Lageraufwand, gleichzeitig werden die Transportwege aber kürzer.

Eine weitere große Herausforderung bringt die Globalisierung mit sich. Schließlich gibt es kaum noch Produkte, die an einem einzigen Ort entstehen und von dort aus direkt in den Geschäften und beim Verbraucher landen. Stattdessen haben die meisten Produkte heute eine lange Reise hinter sich.

So kann es beispielsweise sein, dass eine Bluse in Italien entworfen wird. Das Rohmaterial für den Stoff stammt aus Afrika, gewebt wird der Stoff in Indien und gefärbt in Belgien. In Polen wird der Stoff zugeschnitten, in Tschechien werden die Zuschnitte zusammen mit den Knöpfen aus Spanien zu Blusen zusammengenäht. Danach geht es weiter nach Frankreich, wo die Blusen konfektioniert werden, bis sie schließlich in deutschen Geschäften ankommen.

Inzwischen wird zwar immer häufiger versucht, die Transportwege zu verkürzen und möglichst viele Produktionsschritte an einem Ort zusammenzufassen. Allerdings spielt auch hier der Kostenfaktor wieder eine Rolle. So ist denkbar, dass die Produktion im Ausland plus der Transport einmal um den halben Weltball letztlich immer noch deutlich kostengünstiger sind als eine Fertigung vor Ort. Logistiker arbeiten mit mathematischen Simulationen, um herauszufinden, welche Auswirkungen eine Veränderung der Produktionsabläufe an den jeweiligen Stellen haben könnte.

Das letzte Wort haben aber, zumindest indirekt, die Verbraucher. Denn sie sind diejenigen, die die Waren kaufen und damit auch die Logistikprozesse bezahlen.

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