Netzplan-Rechner mit kritischem Pfad und Pufferzeiten
Gerade bei komplexeren Projekten reicht ein einfacher Zeitplan oft nicht aus: Entscheidend ist, welche Vorgänge wirklich den Endtermin bestimmen und wo noch zeitlicher Spielraum besteht. Genau hier schafft die Netzplantechnik Klarheit.

Mit dem Netzplan-Rechner können Sie Abhängigkeiten zwischen Vorgängen sichtbar machen, den kritischen Pfad ermitteln und Pufferzeiten berechnen. So erkennen Sie schneller, welche Aufgaben besonders aufmerksam gesteuert werden müssen und welche Verzögerungen noch aufgefangen werden können, bevor der gesamte Projekttermin ins Wanken gerät:
Netzplantechnik und Critical Path Method
Netzplan-Rechner: Kritischen Pfad und Pufferzeiten berechnen
Erstellen Sie aus Vorgangsdauern und Abhängigkeiten einen Netzplan und berechnen Sie automatisch früheste und späteste Zeitpunkte, Gesamtpuffer, freien Puffer, kritische Vorgänge und die minimale Projektdauer.
Besonders wertvoll wird die Netzplantechnik, wenn mehrere Vorgänge voneinander abhängen: Eine Verzögerung muss nicht automatisch das gesamte Projekt verschieben. Entscheidend ist, ob ein Vorgang noch Puffer besitzt oder auf einem kritischen Pfad liegt. Der Rechner macht diese Zusammenhänge nachvollziehbar und ermöglicht zusätzlich einen direkten Szenariovergleich.
Was der Netzplan-Rechner ermittelt
- Früheste und späteste Zeitpunkte Berechnen Sie für jeden Vorgang FAZ, FEZ, SAZ und SEZ auf Basis seiner Dauer und seiner Abhängigkeiten.
- Gesamtpuffer und freien Puffer erkennen Sehen Sie, wie weit einzelne Vorgänge verschoben werden können, bevor nachfolgende Vorgänge oder der Projektendtermin beeinflusst werden.
- Kritischen Pfad berechnen Vorgänge ohne Gesamtpuffer werden als kritisch erkannt. Daraus lässt sich der zeitbestimmende Weg durch das Projekt ableiten.
- Verzögerungen simulieren Verändern Sie die Dauer eines Vorgangs und prüfen Sie, ob sich Projektdauer, Puffer oder kritischer Pfad dadurch ändern.
- Fehler in Abhängigkeiten prüfen Der Rechner kann unter anderem unbekannte Vorgänger, Selbstabhängigkeiten und zyklische Abhängigkeiten erkennen.
So erstellen Sie Ihren Netzplan
- Vorgänge eintragen Vergeben Sie für jeden benötigten Vorgang einen Namen und tragen Sie seine geplante Dauer ein. Die Kennbuchstaben A bis L sind bereits eindeutig vorgegeben.
- Vorgänger festlegen Geben Sie bei abhängigen Vorgängen die Kennbuchstaben der direkten Vorgänger ein. Mehrere Vorgänger werden durch Kommas getrennt, beispielsweise „B,C“.
- Netzplan berechnen Der Vorwärts- und Rückwärtslauf ermittelt Zeitpunkte, Puffer, kritische Vorgänge und die minimale Projektdauer.
- Szenario prüfen Simulieren Sie anschließend eine längere oder kürzere Vorgangsdauer und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem ursprünglichen Netzplan.
Vorgänge und Abhängigkeiten eingeben
Die Tabelle enthält bereits ein Beispielprojekt mit sechs Vorgängen. Überschreiben Sie die Beispielwerte oder nutzen Sie die weiteren freien Zeilen. Nicht benötigte Vorgänge können leer bleiben.
Auswertung des Netzplans
Beispielauswertung für sechs Vorgänge mit der Zeiteinheit Tage.
Projektübersicht
Zeitpunkte und Puffer je Vorgang
FAZ und FEZ entstehen im Vorwärtslauf. SAZ und SEZ werden anschließend im Rückwärtslauf vom Projektende zurückgerechnet. Der Gesamtpuffer zeigt die Verschiebbarkeit eines Vorgangs ohne Veränderung der minimalen Projektdauer.
| Vorgang | Dauer | FAZ | FEZ | SAZ | SEZ | GP | FP | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A Kick-off | Kritisch | |||||||
| B Anforderungen | Kritisch | |||||||
| C Technisches Konzept | Puffer vorhanden | |||||||
| D Umsetzung | Kritisch | |||||||
| E Test | Kritisch | |||||||
| F Rollout | Kritisch | |||||||
| G Nicht verwendet | — | |||||||
| H Nicht verwendet | — | |||||||
| I Nicht verwendet | — | |||||||
| J Nicht verwendet | — | |||||||
| K Nicht verwendet | — | |||||||
| L Nicht verwendet | — |
Visueller Netzplan
Im Beispiel verzweigt der Startvorgang A in die Vorgänge B und C. Beide müssen abgeschlossen sein, bevor D beginnen kann. Der kritische Pfad verläuft über A, B, D, E und F. Vorgang C besitzt einen Tag Puffer.
Plausibilitätscheck des Netzplans
Vor der eigentlichen Zeitrechnung werden die eingegebenen Abhängigkeiten geprüft. Dadurch sollen typische Eingabefehler nicht unbemerkt zu einer scheinbar plausiblen Berechnung führen.
- Vorgangsdaten vollständig Im Beispiel besitzen alle verwendeten Vorgänge einen Namen und eine gültige Dauer.
- Vorgänger vorhanden Alle referenzierten Vorgänger A bis E sind Bestandteil des Beispielnetzplans.
- Keine Selbstabhängigkeit Kein Vorgang nennt sich selbst als unmittelbaren Vorgänger.
- Keine zyklische Abhängigkeit Die Beispielstruktur kann eindeutig vom Projektstart bis zum Projektende durchlaufen werden.
Was-wäre-wenn-Simulation für Verzögerungen
Ein Vorgang kann mehrere Tage länger dauern und trotzdem zunächst keinen Einfluss auf das Projektende haben. Entscheidend ist, wie viel Puffer vorhanden ist. Mit der Szenarioanalyse lässt sich eine einzelne Daueränderung gegen den aktuellen Basisnetzplan testen.
FAZ, FEZ, SAZ, SEZ und Pufferzeiten erklärt
Der früheste Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beginnen kann. Bei einem Startvorgang ist der FAZ 0. Bei abhängigen Vorgängen entspricht er dem größten FEZ aller unmittelbaren Vorgänger.
Der früheste mögliche Abschluss eines Vorgangs. Er ergibt sich aus dem frühesten Anfangszeitpunkt zuzüglich der Vorgangsdauer.
Der späteste Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beginnen kann, ohne den berechneten Projektendtermin zu verschieben.
Der späteste Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang abgeschlossen sein muss, damit nachfolgende kritische Termine eingehalten werden.
Der Gesamtpuffer beschreibt, wie weit ein Vorgang verschoben werden kann, ohne die minimale Projektdauer zu verlängern. Vorgänge mit einem Gesamtpuffer von 0 sind zeitkritisch.
Der freie Puffer zeigt, wie weit sich ein Vorgang verschieben kann, ohne den frühesten Anfang eines direkten Nachfolgers zu beeinflussen.
| Kennzahl | Berechnung | Erläuterung |
|---|---|---|
| FAZ | Maximum der FEZ aller Vorgänger | Bei Startvorgängen ohne Vorgänger gilt FAZ = 0. |
| FEZ | FAZ + Dauer | Frühestmöglicher Abschluss des jeweiligen Vorgangs. |
| SEZ | Minimum der SAZ aller Nachfolger | Bei Endvorgängen entspricht der SEZ zunächst der minimalen Projektdauer. |
| SAZ | SEZ − Dauer | Spätestmöglicher Beginn ohne Verschiebung des Projektendes. |
| Gesamtpuffer | SAZ − FAZ | Alternativ ergibt sich derselbe Wert aus SEZ − FEZ. |
| Freier Puffer | kleinster FAZ der Nachfolger − FEZ | Bei einem Endvorgang wird der Abstand zur minimalen Projektdauer verwendet. |
Beispiel: Kritischen Pfad berechnen
Im vorbelegten Beispiel beginnt das Projekt mit Vorgang A. Danach können B und C parallel ausgeführt werden. Vorgang D darf erst starten, wenn sowohl B als auch C abgeschlossen sind. Anschließend folgen E und F.
Dieser Pfad bestimmt im Ausgangsbeispiel die minimale Projektdauer und ist deshalb kritisch.
Dieser Pfad ist einen Tag kürzer. Vorgang C erhält dadurch einen Gesamtpuffer von einem Tag.
Dauert C statt drei nun sechs Tage, wächst der zweite Pfad auf 19 Tage. Der bisherige Puffer ist damit aufgebraucht und der kritische Pfad verschiebt sich auf A → C → D → E → F. Genau solche Veränderungen macht die Szenariofunktion sichtbar.
Grenzen des Netzplan-Rechners
- Die Berechnung setzt voraus, dass Vorgangsdauern und Abhängigkeiten realistisch und vollständig erfasst wurden.
- Der Rechner verwendet Ende-Anfang-Abhängigkeiten ohne zusätzlichen Zeitabstand. Komplexe Lead- und Lag-Beziehungen werden nicht modelliert.
- Ressourcenengpässe werden nicht berücksichtigt. Zwei rechnerisch parallele Vorgänge können in der Praxis dieselbe Person oder Maschine benötigen.
- Feiertage, Wochenenden und konkrete Kalenderdaten werden nicht automatisch in die Zeitrechnung einbezogen.
- Bei mehreren gleich langen kritischen Wegen kann ein Projekt mehr als einen kritischen Pfad besitzen. In diesem Fall müssen alle entsprechenden kritischen Vorgänge beobachtet werden.
- Ein positiver Puffer ist keine Empfehlung, einen Vorgang bewusst zu verzögern. Er beschreibt lediglich den rechnerischen zeitlichen Spielraum innerhalb des Netzplans.
Lokale Berechnung ohne Datei-Upload
Für die vorgesehene Netzplanberechnung werden keine Dokumente oder Projektdateien hochgeladen. Vorgänge, Dauern und Abhängigkeiten können direkt im Browser verarbeitet werden. Eine externe Berechnungs-API oder ein externer KI-Dienst ist für die Rechnerlogik nicht erforderlich.
Unabhängige Funktionen der Website, etwa technisch erforderliche Dienste oder eine vorhandene Webanalyse, können eigenen Datenschutzregelungen unterliegen.
Häufige Fragen zum Netzplan-Rechner
Was ist der kritische Pfad in einem Netzplan?
Der kritische Pfad ist ein zeitbestimmender Weg durch das Vorgangsnetz. Die darauf liegenden Vorgänge besitzen keinen Gesamtpuffer. Verzögert sich ein kritischer Vorgang und wird die Verzögerung nicht an anderer Stelle ausgeglichen, verschiebt sich grundsätzlich auch der frühestmögliche Projektabschluss.
Was bedeutet Gesamtpuffer 0?
Ein Gesamtpuffer von 0 bedeutet, dass zwischen dem frühesten und dem spätesten zulässigen Beginn des Vorgangs kein zeitlicher Spielraum besteht. Der Vorgang ist damit für die aktuelle Netzplanstruktur kritisch.
Was ist der Unterschied zwischen Gesamtpuffer und freiem Puffer?
Der Gesamtpuffer beschreibt den Spielraum eines Vorgangs bis zu dem Punkt, an dem sich der Projektendtermin verändert. Der freie Puffer ist enger gefasst und zeigt, wie weit ein Vorgang verschoben werden kann, ohne den frühesten Start eines unmittelbaren Nachfolgers zu beeinflussen.
Wie gebe ich mehrere Vorgänger ein?
Mehrere unmittelbare Vorgänger werden mit ihren Kennbuchstaben und durch Kommas getrennt angegeben. Soll Vorgang D beispielsweise erst nach B und C beginnen, lautet die Eingabe für D: B,C.
Kann ein Projekt mehrere kritische Pfade haben?
Ja. Besitzen mehrere vollständige Wege durch das Vorgangsnetz dieselbe zeitbestimmende Länge und keinen Gesamtpuffer, können mehrere kritische Pfade gleichzeitig bestehen. Dadurch steigt die Zahl der Vorgänge, deren Verzögerung den Projektabschluss gefährden kann.
Was passiert bei einer zyklischen Abhängigkeit?
Ein Zyklus entsteht beispielsweise, wenn B von A abhängt und A gleichzeitig direkt oder über weitere Vorgänge wieder von B abhängig wird. Eine solche Struktur besitzt keine eindeutige Reihenfolge für den Vorwärtslauf und muss vor der Netzplanberechnung korrigiert werden.
Kann ich mit dem Rechner eine Verzögerung simulieren?
Ja. Die vorgesehene Szenariofunktion verändert die Dauer eines ausgewählten Vorgangs und berechnet den Netzplan erneut. Dadurch lässt sich erkennen, ob vorhandener Puffer die Änderung auffängt oder ob sich Projektdauer und kritischer Pfad verändern.
Berücksichtigt der Rechner Wochenenden und Feiertage?
Nein. Die Netzplanrechnung arbeitet mit abstrakten Zeiteinheiten wie Tagen, Stunden oder Wochen. Sie berechnet keine konkreten Arbeitstage oder Kalendertermine und berücksichtigt daher keine Wochenenden, Feiertage oder individuellen Arbeitskalender.
Ersetzt der Netzplan-Rechner eine Projektmanagement-Software?
Nein. Der Rechner konzentriert sich auf Vorgangsabhängigkeiten, Pufferzeiten und den kritischen Pfad. Funktionen wie Ressourcenplanung, Teamkommunikation, Zeiterfassung oder umfangreiche Termin- und Kalenderverwaltung sind nicht Bestandteil dieser Netzplanberechnung.
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