Projekt Kommunikation – Infos zum Vier-Seiten-Modell

Projekt Kommunikation:

Infos zum Vier-Seiten-Modell

(Kommunikationsquadrat) 

Unabhängig davon, ob es sich um den privaten oder den beruflichen Bereich handelt, spielt Kommunikation eine zentrale Rolle. Die Kernaufgabe von Kommunikation besteht darin, gegenseitig Informationen auszutauschen. 

Nun klingt dies in der Theorie aber deutlich einfacher als es in der Praxis ist, denn wenn eine Person eine Aussage macht oder eine Botschaft vermittelt, bedeutet das noch lange nicht, dass eine andere Person die Mitteilung so zur Kenntnis nimmt und versteht, wie sie gemeint war. 

Anders ausgedrückt bedeutet das, dass der Zuhörer oder Empfänger einer Mitteilung derjenige ist, der ihr letztlich ihren Sinn gibt. Um künftig Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden, kann es sich durchaus lohnen, sich näher mit dem Projekt richtige Kommunikation zu beschäftigen. 

 

Ein Ansatz hierzu ist das sogenannte Vier-Seiten-Modell
und hier die wichtigsten Infos dazu: 

 

Grundlegendes zum Vier-Seiten-Modell 

Bereits der österreichische Kommunikationswissenschaftler, Psychologe, Soziologe und Philosoph Paul Watzlawick stellte fest, dass eine Botschaft sowohl über eine inhaltliche Ebene als auch über eine Beziehungsebene verstanden wird. 

Der Psychologe und Sprachtheoretiker Karl Bühler entwickelte das Organon-Modell, bei dem es darum geht, dass eine Botschaft in Bezug auf den Inhalt und den Mitteilenden gedeutet wird und einen Appell an den Empfänger beinhaltet. 

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelte der deutsche Psychologe und Kommunikationswissenschafter Friedemann Schulz von Thun 1977 das Vier-Seiten-Modell, das auch als Kommunikationsquadrat oder Vier-Ohren-Modell bekannt ist.  

Demnach enthält jede Nachricht vier Botschaften, nämlich eine Sache, eine Selbstkundgabe, eine Beziehungsebene und einen Appell. Um das Modell bildlich zu erklären, wies von Thun dem Sprecher vier Münder und dem Empfänger vier Ohren zu. Das bedeutet, der Sprecher spricht seine Nachricht mit vier Mündern, die jeweils eine andere Botschaft ausdrücken, während der Empfänger die Nachricht mit vier unterschiedlichen Ohren hört, wobei jedes Ohr eine Botschaft aufnimmt.  

 

Die Bestandteile des

Vier-Seiten-Modells 

Das Vier-Seiten-Modell oder Kommunikationsquadrat setzt sich aus folgenden Seiten zusammen:

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Die Sache beschäftigt sich mit den reinen, sachlichen Inhalten. Das bedeutet, durch diese Ebene der Nachricht vermittelt der Sprecher Daten und Fakten und gibt die Informationen klar und verständlich weiter.

Der Empfänger prüft die Botschaft im Hinblick auf Wahrheit, Relevanz und Hinlänglichkeit. Der Empfänger hinterfragt also, ob die Botschaft richtig oder falsch ist, ob sie von Bedeutung oder belanglos ist und ob ihm die Information ausreicht oder er Zusatzinformationen benötigt. 

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Die Selbstkundgabe, teils auch als Selbstoffenbarung bezeichnet, beschäftigt sich mit dem Selbstverständnis.

Der Sprecher gibt auf dieser Ebene bewusst oder unbewusst seine Emotionen, Werte oder Motive und damit ein Stück seiner Persönlichkeit preis. Der Empfänger richtet sein Augenmerk auf die Informationen, die die Botschaft über den Sprecher enthält. 

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Die Beziehungsebene kümmert sich um die gegenseitige Beziehung, wobei sie eine Du- und eine Wir-Botschaft enthält. Die Du-Botschaft drückt aus, wie der Sprecher zu dem Empfänger steht und was er von ihm hält, in der Wir-Botschaft geht es um die Beziehung zueinander.

Je nach Inhalt, Formulierung und Tonfall kann der Empfänger die Botschaft als beispielsweise wertschätzend, respektvoll, wohlwollend, gleichgültig, gemein oder kritisierend auffassen. 

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Der Appell drückt einen Wunsch aus oder fordert zu einer Handlung auf. Der Sprecher kann den Appell dabei direkt, beispielsweise in Form einer Bitte oder einer konkreten Aufforderung, oder indirekt aussprechen.

Ein Beispiel für eine indirekte Aufforderung wäre eine Formulierung wie „was wäre, wenn wir dies so machen würden?“ Für den Empfänger stellt sich die Frage, was er nun denken oder wie er sich verhalten soll. 

Nicht immer entspricht die Botschaft, die beim Empfänger ankommt, aber der Botschaft, die der Sprecher gesendet hat oder eigentlich senden wollte. In der Folge kann dies dann zu Missverständnissen und Fehlbewertungen führen. Dies macht die Kommunikation einerseits anfällig für Störungen, andererseits aber interessant und spannend.  

Jede der vier Botschaften einer Nachricht kann dabei falsch aufgefasst werden. Zudem kann es auch zu Unterschieden im Hinblick auf die Gewichtung der einzelnen Botschaften geben. Während der Sprecher eine Nachricht beispielsweise vor allem als Appell meinen kann, könnte sie der Empfänger in erster Linie als sachliche Information oder als Kritik beziehungsweise Lob verstehen. 

 

Beispiel für eine Nachricht

nach dem Vier-Seiten-Modell 

Das Vier-Seiten-Modell lässt sich am besten anhand eines Beispiels erläutern. Angenommen, ein Mann als Sprecher steht vor dem Kleiderschrank und sagt gegenüber seiner Frau als Empfänger, dass er eine bestimmte Hose nicht finden kann.  

 

Diese Nachricht kann nun unter folgenden
Gesichtspunkten aufgefasst werden:
  

[Grafik zum Kommunikationsquadrat (Vier-Seiten-Modell)] 

 

Es ist also möglich, dass der Mann lediglich festgestellt hat, dass er seine Hose nicht finden kann und dabei die Hoffnung hatte, dass seine Frau ihm weiterhelfen kann. Obwohl er keine Kritik üben wollte, könnte sich seine Frau durch ihre eigene Interpretation aber angegriffen fühlen und dem Mann in der Folge entgegnen, dass er seine Sachen doch künftig einfach selbst waschen und verräumen soll, wenn es ihm nicht schnell genug geht. 

Der umgekehrte Fall ist aber genauso möglich, also dass der Mann tatsächlich Kritik geübt hat, seine Frau die Mitteilung aber als reine Information darüber auffasst, dass der Mann nach einer bestimmten Hose sucht.

Weiterführende Ratgeber und Anleitungen
für Projekte und Projektplanungen:

Thema: Projekt Kommunikation: Infos zum Vier-Seiten-Modell(Kommunikationsquadrat) 

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